unseen

Installation, 2018, art forest, Forchtenstein 

fired clay, wood, bast fiber, 150 x 120 x 5 cm

The work draws on historical and archaic forms of spiritual communication and translates them into a contemporary artistic language. On clay beads and small tablets, specially developed signs and symbols have been incised that evoke writing systems of past civilizations. These deliberately anachronistic ciphers create a fictional historicity and imbue the objects with an apparent spiritual aura.

The beads and tablets were hung in tree canopies, referencing ancient practices: In many cultures—such as prehistoric and ancient Greece or Celtic traditions—sacred groves were considered places close to the gods. Trees were not only revered but also understood as oracles through which divine voices spoke to humans. Hanging objects in trees evokes this ritual use and establishes connections to the invocation of deities through votive offerings and wishing trees.

The work also recalls sacrificial rituals for nature and earth gods and various forms of folk religion in which nature was regarded as the bearer of the divine. At the same time, it poses a critical question about our contemporary alienation from such spiritual practices and invites reflection on alternative forms of transcendence and meaning-making.


Die Arbeit greift historische und archaische Formen der spirituellen Kommunikation auf und übersetzt sie in eine zeitgenössische künstlerische Sprache. Auf Tonperlen und kleinen Täfelchen wurden eigens entwickelte Zeichen und Symbole eingeritzt, die an Schriftsysteme vergangener Zivilisationen erinnern. Diese bewusst anachronistischen Chiffren erzeugen eine fiktive Historizität und laden die Objekte mit einer vermeintlich spirituellen Aura auf.

Die Perlen und Täfelchen wurden in Baumkronen gehängt, was eine Referenz an antike Praktiken darstellt: In vielen Kulturen – etwa im prähistorischen und antiken Griechenland oder in keltischen Traditionen – galten heilige Haine als Orte der Götternähe. Bäume wurden nicht nur verehrt, sondern auch als Orakel verstanden, durch die göttliche Stimmen zu den Menschen sprachen. Die Aufhängung von Objekten in den Bäumen evoziert diesen rituellen Gebrauch und stellen Bezüge zu den Anrufungen von Gottheiten mit Hilfe von Votiven und Wunschbäumen her.

Die Arbeit erinnert aber auch an Opferrituale für Natur- und Erdgötter und verschiedene Formen der Volksreligion, in denen die Natur als Trägerin des Göttlichen galt. Zugleich stellt sie eine kritische Frage nach unserer heutigen Entfremdung von solchen spirituellen Praktiken und lädt zur Reflexion über alternative Formen von Transzendenz und Bedeutungsstiftung ein.


Den Göttern zum Opfer / den Hexern zum Trank /
Hekate zum Liebreiz / nah Hades Gestank


Fotos: Katrin Bernhardt, Michael Bernhardt


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